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OMAtös

Produktvorstellungen mache ich hier ja eigentlich nicht, aber…

Was Oswalds Mill Audio-Mastermind Jonathan Weiss hier wieder aus dem Hut gezaubert hat, das ist schon lecker. Das Projekt heißt „Special K“ und es handelt sich um einen Röhrenvollverstärker. Einer mit vier KT88 pro Kanal, je zwei davon parallel, im Push-Pull-Betrieb. Die dafür angegebenen 50 Watt Ausgangsleitung erscheinen mir sehr konservativ.

Oswalds Mill Audio dürfte eines der Zugpferde auf der High End in München nächsten Monat sein, zumal unsere lieben Freunde von Silbatone, wie die allermeisten Asiaten, der Show in diesem Jahr fernbleiben (müssen).

Wer auf der High End mit mir reden will – die Chance, mich dort (Atrium 3.1, D105) anzutreffen, dürfte relativ hoch sein. Oder im Atrium 4.1, Raum E121, beim Fink Team, wo ich auch ein bisschen Musik auflegen werde.

HiFi Rose RA180

Heute bei mir eingetroffen: das europaweit erste Exemplar des HiFi Rose RA180, ein koreanischer Vollverstärker der etwas anderen Art. Der Pegelsteller ist jedenfalls schon mal großes Kino:

Klar, da hat jemand bisschen bei Nagra hingeguckt, aber mir gefällt’s trotzdem. Was das Ding alles kann, weiß ich noch nicht genau, es ist aber offenbar eine Menge – Genaueres gibt’s in der kommenden Ausgabe der LP

HiFi-freies Wochenende

Naja, zumindest fast. So ganz ohne Musikhören geht’s natürlich nicht, auch wenn man zum Brennholz machen anreist

Knapp zwei Tage Vollgas geben – das hatte auch mal was. Micha und ich waren wieder mal in Bremen bei Olli und haben dafür gesorgt, dass es da warm ist, wenn wir in den kälteren Jahreszeiten wiederkommen ;-). Es gibt noch ein paar Bilder mehr.

Nix Neues beim Thema HiFi? Falsch.

Man sollte meinen, aus der schnelllebigen Digitalzunft würden die technischen Innovationen in Sachen Wohlklang nur so auf den Audiophilen an und für sich niederprasseln. Scheint mir aber nicht so zu sein. Man strömt mit oder ohne Roon und die Entwicklung hochauflösender PCM- und DSD-Tonformate scheint ihren Zenit erreicht zu haben. Was sich abzeichnet ist das lange prognostizierte CD-Revival auf kleiner Flamme, aber sonst scheint mir derzeit nicht viel los zu sein zwischen Bits und Bytes in Sachen Audio.

Etwas anders sehen die Dinge ausgerechnet bei der ollen Schallplatte aus. Ob’s der vielbeschworende Plattenfertigungs-Hype namens „HD-Vinyl“ irgendwann mal zu einem realen Produkt schafft weiß ich nicht, viel interessanter ist ohnehin das, was derzeit am vorderen Ende des Tonarms passiert, denn das ist sehr real.

Wir erleben derzeit nämlich ein paar richtig innovative Dinge beim Tonabnehmer an und für sich. Ganz vorne an stehen dabei sicherlich die nunmehr in dritter Generation erschienenen elektrooptischen Abtaster des japanischen Herstellers DS Audio. LP-Lesern wird nicht entgangen sein, dass ich deren – zugegebenermaßen vollkommen abstrus bepreistes – Flaggschiff „Grand Master“ (55 k€ inklusive des zweiteiligen zentnerschweren Entzerrers) für das Maß der Dinge in Sachen Schallplattenabtastung halte, aber das ist nicht der Grund für diese Zeilen. Sondern meine Erfahrungen mit den etwas diesseitigeren Auprägungen der Lichtstrahlabschwächungstonabnehmer DS-E1 und jüngst mit dem DS003. Und so überzeugend beide mit den hauseigenen Entzerrern auch spielen, das Ende der Fahnenstange erreichen die Abtaster damit nicht. Sage ich als jemand, der in der jüngeren Vergangenheit sechs verschiedene Spezialentzerrer für solche Abtaster gehört hat.

Der japanische Soul Note E-2 ist neben den DS Audio-Typen dabei derjenige, der am ehesten einem richtiges Produkt darstellt, wenngleich (noch) eines ohne Vertrieb in unseren Breitengraden. Noch merklich beeindruckender gibt sich aber das, was da so im stillen Kämmerlein fernab kommerzieller Pfade vor sich hin köchelt.

Auf „Bernds Röhrenentzerrer“ reite ich hier ja schon länger herum. Und seitdem jener seine letzten Problemchen losgeworden und mit dem DS003 verbandelt ist komme ich nicht mehr umhin, der Schallplattenwiedergabe ein Niveau zu attestieren, das ich bis hierhin nicht für möglich gehalten hatte. Das ist so dynamisch. störgeräuscharm, fest, detailliert und kernig, das klingt wie CD. Nur in gut.

Klanglich völlig anders, aber mindestens ebenso beeindruckend ist das, was Andrejs Staltmanis die Tage in Gestalt dreier Kisten bei mir zusammenstöpselte. Sein Entzerrer in Hybrid-Technik spielt zur Zeit nur mit dem DS-E1 und rauscht noch ein bisschen, tönt aber so unfassbar zart, fein und weiträumig, dass ich echt gestaunt habe.

Beides nützt Ihnen als interessiertem Konsumenten im Moment noch nichts, zeigt aber sehr deutlich auf, wieviel Potenzial in den elektrooptischen Tonabnehmern steckt. Zumindest den Soul Note nebst DS003 wird’s übrigens in München auf der High End (beim Fink Team) zu hören geben.

Das allerdings ist nicht die einzige spannende Nachricht aus dem Tonabnehmerlager: Der ebenfalls japanische Hersteller Analog Record Sound stellte unlängst einen mikrofonbasierten(!) Abtaster vor.

Hier sind tatsächlich zwei der Smartphone-Technik entliehene winzige Kondensatormikrofone damit beschäftigt, die Schwingungsgeräusche des Nadelträgers in eine elektrisches Signal von 250 Millivolt Amplitude zu verwandeln, das keinerlei Entzerrung mehr benötigen soll (wobei ich da so meine Zweifel habe). Trotzdem. Wenn das funktioniert, ist es der nächste Nagel in den Sarg der altehrwürdigen MC- und MM-Technik. Selbstverständlich gibt es Bestrebungen, so eines Abtasters Herr zu werden.

Liest sich ein bisschen wie ein „LP“-Editorial hier, stelle ich gerade fest – sry ;-).

To do

So viel zu tun, so wenig Zeit… Vielleicht sollte ich wenigstens mal kurz anreißen, was denn alles so im stillen Kämmerlein köchelt und darauf wartet, hier veröffentlicht zu werden. Tatsächlich nämlich stecke ich im Moment in einer der selten Phasen, in denen ich tatsächlich Dinge erledigt bekomme – dafür mangelt’s bei der Berichterstattung ;-).

  • die Geschichte zum Frickelfest Essentials im vergangenen Oktober
  • selbiges zum European Triode Festival im November
  • die Story über den Lautsprecher, der zu besagtem ETF entstanden ist (mit ALE-Woofern und klug’schen 1803-Hörnern)
  • der Selbstbau-Streamer nur mit Teilen aus der Restekiste
  • etwas über „audiophile“ Netzwerk-Switches
  • das 5-KVA-Trenntrafo-Projekt
  • eine Geschichte über alte Elkos

Ich arbeite dran. Und nebenbei will auch noch das Frickelfest organisiert werden, für das man sich ab morgen anmelden kann.

Lebensretter

Von allen mehr oder weniger seltsamen Kisten, die ich im Laufe der Jahre so gebaut habe, ist das hier die vielleicht am wenigsten sinnlose:

Das ist etwas, das ich seit Jahren auf der Agenda, aber nie den Ehrgeiz hatte, es tatsächlich mal zu realisieren. Bis neulich. Jetzt, wo das Ding im Einsatz ist muss ich sagen: ich Vollidiot. Hätte ich das mal 10, 20, 40 Jahre früher gemacht.

Nennen wir’s mal… den „In-Betriebnahm-o-maten“. Das ist ein Werkzeug, mit dem man netzbetriebene Anordnungen unter Spannung nehmen kann, ohne dabei um sein Leben fürchten zu müssen. Ja, ich weiß – Trenntrafo. Hab ich auch, aber in vielen Fällen ist das nicht das Richtige. Gerade Schaltnetzteile sind nicht zwangsläufig Fans davon, mit langsam von null an hochgedrehter Spannung betrieben zu werden.

Hinter dem Netzeingang (das ist da, wo die falsch herum eingesetzt PowerCon-Verbindung sitzt) gibt’s erst einmal einen Leitungsschutzschalter, der im Falle eines Falles abschaltet. Ab 2A Auslösestrom sind die handelsüblich, ich hab mal ein paar bis 10A gekauft. Das Ding ist hier relativ leicht austauschbar – je nach Leistungsbedarf des Verbrauchers.

DIrekt hinter dem Schutzschalter ist die Spannung für das Messdings abgegriffen. Das hatte ich mal für ein anderes Projekt beim Chinesen geordert, den Einsatz aber wieder verworfen. Es misst Strom, Spannung, Wirkleistung und (hier eher bedeutungslos) den Energieverbrauch. Die Genauigkeit ist gar nicht schlecht, wie der Quercheck mit einem Multimeter der besseren Sorte zeigte. Das Ding ist also an, sobald der Leitungsschutzschalter aktiv und vorne Strom dran ist.

Danach folgt der dicke Drehschalter – oder Trennschalter, wie das wohl korrekt heißen muss. Ein Drehstrommodell, von dem ich zwei Pole verwende, um beide Netzleiter zu unterbrechen. Wenn der freigeschaltet ist, geht die dicke rote Kontrollleuchte an und auf den Ausgängen liegt Spannung.

Derer gibt’s zwei: eine ganz normale Schuko-Geräteeinbaudose (von der ich den Klappdeckel abgesägt habe) und ein eigentlich für Lautsprecheranschluss gedachtes Druckklemmenterminal, das halbwegs gescheit isoliert ist. Das ist für Dinge ohne Netzstecker – soll’s ja mal geben.

An der Metallpolklemme ist der Schutzleiter aufgelegt – den braucht man ja immer mal.

Das Ganze steckt in einer aus Resten zusammengefrickelten ziemlich uneleganten Kiste, die definitiv nicht gängigen Sicherheitsstandards entspricht. Auch abseits dessen ist das jetzt kein Stück, mit dem ich mich zur Elektriker-Meisterprüfung anmelden würde. Aber unterm Strich löst das Ding mehr Probleme als es schafft. Seitdem ich die Kiste habe, schalte ich Geräte mit 40 Jahre alten Siebelkos und Surplus-Netztrafos aus DDR-Restbeständen deutlich angstfreier ein als vorher.

Das erste komplett mit Teilen aus der Wühlkiste realisierte HiFi-Gerät ist fertig, das ohne dieses Werkzeug wohl noch nicht laufen würde. Dazu in Kürze mehr,

Ping

Keine Sorge, ich bin noch da. Tatsächlich kriege ich allerdings seit geraumer Zeit den Allerwertesten nicht hoch, um hier mal wieder für ein bisschen Bewegung zu sorgen. In den Tiefen des Backends hängen noch mindestens der Artikel übers Frickelfest Essentials in Bremen und der zum ETF im November. Muss ich beides dringend fertigmachen, sonst vergesse ich zuviele Details.

Ich bitte um Nachsicht – das wird auch wieder mehr hier – zu berichten gäb’s genug.