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Schicksalhafte Begegnung

Es ist knapp elf Jahre her, dass ich aus meinem ganz persönlichen musikhörerischen Dornröschenschlaf erwacht bin

Und die Ursache dafür war dieses Album einer mir damals vollkommen unbekannten Band aus Aschaffenburg. Es war eines dieser unverlangt eingeschickten Rezensionsexemplare von dem ich keine Ahnung hatte, was mich darauf erwarten würde.

Die anderthalb Stunden, die ich an irgendeinem Abend mit dieser Scheibe verbracht habe, waren prägend. Bis heute. Was mir da entgegenschlug war eindeutig Rockmusik. Jedoch von einer mir bis dato gänzlich unbekannten Art. Da kombinierten vier Jungs heftig verzerrende Stromgitarren mit weichen, getragenen Melodien. Simple Strukturen, sehr eingängig und flüssig. Manchmal könnte man’s fast kitschig nennen, aber dafür steckt dann doch zuviel Härte im Detail. Ich habe das mit ungläubigem Staunen zweimal hintereinander gehört und wusste, dass da eine Tür für mich aufgegangen war. Eine, hinter der sich ein Raum verbarg, in dem ich von Colour Haze über die Truckfighters stolperte und irgendwann fassungslos bei den „Generator Partys“ in der kalifornischen Wüste halt machte und versuchte, Kyuss zu begreifen, die Gründerväter des Stoner-/ Desert-Genres. Zusammen mit Monster Magnet, die ich schon länger kannte und schätzte – ohne zu wissen, was da alles dranhängt.

Heute bin ich eher zufällig in meinem Plattenchaos mal wieder über „Tri“ gestolpert und habe mir das Album mal wieder mit dem nötigen Pegel gegeben. Großartig, nach wie vor. Ich liebe diesen staubigen Schlagzeugsound, die schiere Wucht, mit der die Ausbrüche inmitten der des getragenen Space Rocks mit unzweifelhaft indischem Einschlag losgehen.

Übrigens verdient jedes My Sleeping Karma-Album einen Platz im Regal eines engagierten Musikhörers. Und erfreulicherweise kann man noch ziemlich viele davon auf Vinyl bekommen, bei Elektrohasch und Sound of Liberation gibt’s die Scheiben sogar zu sehr fairen Preisen.

P.S.: Sich selbst über die Schulter zu fotografieren ist übrigens gar nicht so trivial…

Was Sie noch nie über Rhodium wissen wollten

Derzeit beschäftige ich mich gerade aus verschiedenen Gründen mit Rhodium als Kontaktwekstoff. Dabei sind ein paar interessante Dinge herausgekommen

Das da, das ist einer. Ein Mitglied der raren Spezies „rhodinierter Kupferbolzen“. Den steckt man anstelle einer Feinsicherung in ein HiFi-Gerät und dann… das ist ein Thema für die kommende LP. Und nein, wir überbrücken nicht „einfach so“ potenziell lebensrettende Sicherungen.

Was bleibt ist „rhodiniert“. Wieso nicht vergoldet oder noch besser versilbert? Wenn man mal nachschaut. manifestiert sich dieses Rhodium als ziemlich interessanter und unfassbar teurer Stoff, der zur Zeit mit rund 30000 US$ für die Feinunze gehandelt wird. Zum Vergleich: Gold, zur Zeit auf einem historischen Allzeit-Hoch, kostet 1750 US$.

Rhodium ist ein sogennates „Platin-Nebenmetall“ und zeichnet sich durch besonders hohe Korrosionsbeständigkeit in Verbindung mit relativ hoher Härte (und damit Abriebfestigkeit) aus. Rhodium verfügt über eine Mohshärte von 6, Gold von 2,5-3, Silber von 2,7. Die elektrische Leitfähigkeit liegt etwa bei der Hälfte derer von Gold und einem Drittel derer von SIlber, dem am besten leitenden Metall überhaupt.

Kann man also machen, das mit dem Rhodinieren bei Kontaktoberflächen. Es erscheint zumindest bei häufig betätigten Kontakten durchaus sinnvoll.

Niemals geht man so ganz

… aber doch so ziemlich. Wie das Paar Klein + Hummel OZ, dessen wir vor ein paar Jahren habhaft werden konnten und das seitdem leider ungenutzt im Lager stand. Warum also nicht einem Kenner und Fan der Materie eine große Freude damit machen?

Heute sind sie abgeholt und in ihr neues Zuhause im Bergischen Land transportiert worden. Sicherlich wird von diesen Lautsprechern in der einen oder anderen Form noch zu berichten sein.

Am vergangenen Wochenende habe ich mir noch ein bisschen Zeit für die beiden Schätzchen genommen und ein paar Abschiedsfotos gemacht:

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Flashback

Die Tage habe ich bei FB noch von einem der ganz wichtigen, weil prägenden Lautsprecher in meinem Leben erzählt, nämlich diesem hier:

Die hat mein alter Kumpel Deti gebaut, das ist so etwas wie eine Klipsch La Scala nach Klinger, nur mit Electro Voice-Treibern und ein paar eigenen Ideen. Damals hatte Deti eine dieser niedlichen Mini-Anlagen von Aiwa da dranhängen und das ging wie der Teufel. Ich war schwerst beeindruckt. Das ist so 30, 35 Jahre her.

Und was soll ich sagen? Heute hatte ich eine Mail von Deti in der Post – mit dem Foto oben von eben jenem Lautsprecher. Er hat nämlich einen fetten alten Pioneer-Vollverstärker abgestaubt (A-717) und fragt mich, ob es Sinn hat, den an die lange Jahre eingemotteten „Brüllwürfel“ zu klemmen.

Klar hat es das! Das muss sogar so!