Eines dieser Wochenenden

Erwähnte ich schon mal, dass ich reich bin? Und zwar deshalb, weil ich sowas tun kann. Immer wieder und an den verschiedensten Orten. Nämlich mich mit Leuten treffen, die ich sehr mag und mich mit denen zusammen mit Dingen beschäftigen, an denen wir alle Freude haben. Wie am letzten Wochenende in Leipzig

Christof Kraus hatte endlich wieder einmal geladen. Nachdem der zuletzt avisierte Termin in seiner „Man Cave“ in Leipzig im vergangenen Hochsommer an Rekordtemperaturen und damit verbundenem Ungemach scheiterte, lud der Silvercore-Eigner nunmehr ordnungsgemäß zu Spaß und Trank im Januar.

Nicht zuletzt deshalb, weil er seine brandneuen fünfwegigen, zu vier Fünfteln melonengelben Lautsprechergroßtaten der einschlägig verdächtigen Hochwirkungsgradfraktion präsentieren wollte.

Zunächst jedoch galt es überhaupt vom Ruhrgebiet nach Leipzig zu gelangen, was sich für Mitfahrer Micha und mich als unerwartet schwierig erwies – einem geplatzten Vorderreifen in der thüringischen Pampa seit Dank. Meiner schon völlig in Vergessenheit geratenen ADAC-plus-Mitgliedschaft ist es geschuldet, dass wir unsere Reise mit nur einer Stunde Zeitverlust im Leihwagen fortsetzen konnten. Selbstverständlich transportieren die Damen und Herren in Gelb das fahruntüchtige Mobil kostenlos zurück in heimische Gefilde. Ich bin sehr angetan von diesem perfekt funktionierenden Service.

Christofs neues Lautsprechersystem ist definitiv eine Show. Vier Kugelwellentrichter von Auto-Tech plus ein Eckhorn im Klipsch-Style pro Seite, das ist n Wort. Die beiden großen Trichter auf jeder Seite werden von Celestions Druckkammermonstern Axi2050 bedient, das ist in Sachen Wahnsinn schon nicht mehr so leicht zu toppen. Fünf Wege. Alles passiv (!) gefiltert. Pegelanpassung natürlich mit den hauseigenen Autotrafos – ist ja klar.

Wie’s klingt? Sehr dezent. Uns hat’s das ganze Wochenende extrem souverän hintergrundbeschallt und es hat zu keinem Moment auch nur ein bisschen genervt. Das ist eine bemerkenswerte Leistung für so ein Geschütz. Verstärkerseitig waren Christofs bekannte 833-Monos und die gewaltigen 304TL-Schränke dran. Ja, die 304TL ist besser, weil feiner, ruhiger und stabiler. Aber die 833 rockt mehr. Und wie Christof völlig richtig anmerkte: Am Ende eines langen Abends in der Man Cave läuft immer die 833 :-).

Alternativ dazu gab’s einen hochinteressanten Hybridverstärker zu verkosten, bei dem eine Triode und ein MosFet – man höre und staune: parallel den Job der Lautsprecheransteuerung übernehmen. Das Konzept stammt von JC Morrison und Stefano Bae von Silbatone und sorgte auch schon auf der High End dafür, dass man aus ultrararen Erstweltkriegsröhren ein paar standfeste Watt heraus bekam. Superspannendes Konzept, davon wird ganz sicher noch zu berichten sein.

A propos JC Morrison: Die schon seit Längerem im schwedischen Malmö wohnhafte Konstrukteurslegende war der Überraschungsgast des Wochenendes. Wie üblich hatte JC jede Menge aus seinem an ziemlich extremen Erfahrungen reichen Leben zu erzählen – am allerwenigsten über Röhren.

Ausschließlich zum Spaß war er aber nicht da, in der Werkstatt wartete nämlich einer der in Europa superraren und ultrateuren Silbatone-Verstärker auf die heilenden Hände des Meisters. Hat er hinbekommen – ist doch klar.

Was soll ich sagen – es war mal wieder unglaublich klasse beim Christof. Großartige Leute, viel zu erzählen, gute Musik und was sonst noch dazugehört – alles da. Wieder einmal möchte ich mich ganz herzlich für die Einladung bei Christof und seiner Familie bedanken und bei allen, die da waren. Ganz besonders bei Micha, ohne den die 1000 Kilometer Deutschland erheblich langweiliger gewesen wären. Und der außerdem auch einen schönen Artikel über das Wochenende auf seiner Seite verfasst und viel mehr fotografiert hat als ich. Und der diesbezüglich definitiv einen sehr ähnlichen Blick für die Dinge hat wie ich ;-).

Wie immer zum Schluss: Der Link zu meinen Fotos vom Wochenende.

2 Gedanken zu „Eines dieser Wochenenden

  1. Andreas Seeger/ Axel bergkamenet Hörtage

    ….als ich den Raum sah, wusste ich, dass Holger in der Tauchaer Str. War. schöne Grüße an Christof. Andreas/Rarebird

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