Manchmal läuft’s

Am Freitag war ich bei Karl-Heinz. Neben einem kleinen Schwätzchen wollte ich eigentlich diverse zig Kilogramm AlNiCo dort aufmagnetisieren (lassen), die entsprechende Maschinerie war aber umbaubedingt unpässlich. Dafür allerdings gab’s reichlich Entschädigung im Fink’schen Hördomizil, in dem derzeit gleich drei mir sehr gut bekannte Komponenten den Ton angeben: ein Thorens TD 124 DD nebst Skyanalog G-1 als Quelle und ein Paar Fink’scher Kompaktboxen „Kim“ als Wandler.

Ich kenne den Sound der Anlage im akustisch bestens präparierten Hörraum ein bisschen und schätze ihn durchaus. Aber das, was mich da heute durch die Rückwand zu drücken versuchte, das war neu. Dafür schien der Neuankömmling in Gestalt einer amerikanischen Röhrenvorstufe namens „Coffman Labs G1-A“ verantwortlich zu sein, die wir gerade eben erst aus der Verpackung geschält und in die Anlage gestöpselt hatten. Mir war’s klanglich in Essen bisher immer ein bisschen zu „studiomäßig“ und pragmatisch, gebe aber gerne zu, dass das kein Fehler ist, wenn man die Örtlichkeit professionell zum Abstimmen von Lautsprechern nutzt.

Beim Musikhören allerdings habe ich gerne ein bisschen mehr Farbe, Spaß und Überschwang. Das hat das jetzt – und wie. Nervös werden brauchen Sie deshalb nicht – der Hersteller der Röhrenvorstufe hat offenbar schon vor Jahren die Segel gestrichen. Wie’s aussieht, stecken sattsam bekannte klassische Schaltungskonzepte mit zweifellos guten NOS-Bauteilen drin, aber sicherlich keine technischen Revolutionen.

Der springende Punkt ist jedoch, was mit der Kiste mit den auffällig profilierten Alu-Seitenteilen und den sonstigen Protagonisten offenbar möglich ist. Ich persönlich hätte einen weiteren Beweis für die exorbitanten Fähigkeiten insbesondere der 40-Liter-Zweiwegeriche gar nicht gebraucht, diesen hier habe ich aber gerne mitgenommen, zumal Karl-Heinz echt klasse Zeug aufgelegt hat.

Ich konnte zeitweise durchaus darüber hinwegsehen, dass hier nur zwei Achtzöller Luft verschieben und kein hornunterstützter Druckkammertreiber für einen überzeugenden Mittelhochtonbereich sorgt. Junge, junge – das hat echt Qualm, das Setup.

Ohne dem sonst dort seinen Dienst verrichtenden Profi-Pre von Funk Tonstudiotechnik zu nahe treten zu wollen – Musik hören will ich mit sowas nicht. Den Verdacht hatte ich über die Jahre bei meinen diversen Begegnungen mit diesen Geräten immer wieder, jetzt aber hab‘ ich’s überzeugend bestätigt bekommen.

Sehr spannender Tag, ich habe Einiges gelernt. Und ein Exemplar dieses großartigen 1976er Kraan-Live-Albums abgestaubt ;-). Auch dafür, mein lieber Karl-Heinz – allerherzlichsten Dank.

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