Ja, aber

jbl15
So recht glücklich bin ich immer noch nicht mit meinen DIY-Alnico-JBLs. Die aktuelle Parametermessung liefert Folgendes:

Parameter Treiber No. 1 Treiber No. 2
fs 47,6 49,1
Re 6,18 6,59
Qms 5,57 4,04
Qes 0,472 0,512
Qts 0,435 0,455
Cms 0,0934 0,0816
Mms 120 129
BxL 21,7 22,6
Vas 101 88,6
SPL 95,7 95,1

Mit im Schnitt zehn Prozent Unterschied zwischen beiden Treibern kann ich leben, mit den Antrieben und der Freiluftreso aber noch nicht so recht. Zwar hat die Remagnetisierung zu einer merklichen Steigerung der Feldstärke geführt, aber so richtig Eier hat das noch nicht. Würde in 135 Litern Bassreflex mit zwei Zehn-Zentimeter-Rohren 40 Hertz machen; das ist okay, aber irgendwie nichts, was den getriebenen Aufwand so richtig rechtfertigt. Hmmm.

14 Gedanken zu „Ja, aber

  1. Thoren Fischer

    Für das Frickelfest, ich habe im Vorfeld der Anschaffung unserer Maschine viel recherchiert, und auf unserer Seite einen Artikel über das magnetisieren und allgemein Magnetfelder geschrieben, insbesondere das wissenschaftliche Essay war für mich sehr aufschlussreich das ganze Thema zu verstehen.

    http://www.lautsprecher-manufaktur.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5055&Itemid=141

    PS: Große Vorsicht bitte beim Magnetisieren, mit ausreichend „Wum´s“ haben sich abstoßende Magnetfelder bzw. dadurch bewegte metallische Gegenstände (auch Alu kann sich durch Wirbelstrom zum Geschoss entwickeln) durchaus Potenzial für schwere Quetschungen und Verletzungen.
    Und, ich habe es bisher nicht geschafft, Kreditkarten zu löschen, oder Handy´s zu töten, obwohl sie auch beim magnetisieren bei mir trage, und sogar schon zum Test alte Geräte nebenbei liegen hatte. Nur Menschen mit elektronischen Implantaten rate ich immer zu Abstand 😉

    Über die Arbeit von Mitbewerbern möchte ich nicht urteilen. Jeder hat seine Erfahrungen, Philosophie, Methoden und Wege wie er etwas macht, und „den einzig wahren Weg“ gibt es nicht, wie eben in der ganzen Branche 😉

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  2. Thoren Fischer

    Hallo Holger,

    erst mal möchte outen, das ich mich mit Reconing und Lautsprecherreparaturen von Berufswegen beschäftige. Ich verfolge deinen Blog schon länger sehr interessiert und würde gerne bei den Parameter Fragen weiter helfen.

    Habe bisher nichts über die Tiefe des Luftspaltes gelesen, der K140 hat glaube ich ~8mm, hingegen der 2225 7,1mm, dies könnte verschiedene Abweichungen erklären.

    Was das verwendete Recone Kit angeht, gehe ich davon aus das es sich um ein US After Market Kit handelt. Meiner Erfahrung nach, sind die After Market Teile, insbesondere die Zentrierungen kritisch zu betrachten, insbesondere bei älteren Chassis habe ich die Erfahrung gemacht, das die gelieferten Zentrierungen oft zu hart gewählt sind. Du währst erschrocken wenn du wüsstest was alles mit ein und der selben Zentrierung reconed werden soll, wenn es nach dem Lieferanten geht 😉 Für den 2225 würde ich zb. nicht die gelieferte Zentrierungen verwenden. Es gibt die gleiche Zentrierung in mehreren Abstufungen der Härte, als auch verschiedenen Geweben.
    Um den Einfluss der Magnetkraft auf die Parameterwerte nachzuvollziehen, habe ich vor einiger Zeit eine Tabelle angefertigt, in der ich ein Chassis kontinuierlich aufmagnetisiert habe.

    http://recone.de/images/stories/magnet2/Mangetisierungsreihe.JPG

    Falls du es noch einmal mit einer Magnetisiervorrichtung mit womöglich mehr „WUMM´s“ probieren möchtest, bist du herzlich eingeladen. Bei Bedarf lässt sich der Magnetimplus auch regulieren um eine bestimme Magnetkraft zu erzielen.

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    1. hb Beitragsautor

      Hallo Thoren,
      vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. Hört sich alles ziemlich sinnhaft an, was du da sagst. Das Reconing wurde von der Soundgarage in Leingarten gemacht. Der Mann dahinter (Rainer Rihm) gilt als kompetent und zuverlässig und ich gehe davon aus, dass er um die Tücken der Aftermarket-Kits weiß und Entsprechendes zusammenstellt.
      Deine Tabelle ist hoch interessant und deckt sich in etwa mit dem, was ich bei einer solchen Reihe erwarten würde. Geometrische Daten des Magnetsystems von K140 und 2225 kenne ich auch nicht; ich weiß nur, dass beide identische 1,2 Tesla im Luftspalt haben sollen.
      Dass beim erfolgten Remagnetisieren u. U. nicht genug „Zappes“ im Spiel war ist eine völlig richtige Überlegung. Gerade bei dieser Bauform des Magnetsytems mit dem innenliegenden Magneten und dem großen Eisentopf außen herum muss man wohl deutlich mehr Feldstärke investieren als bei einem klassischen Magnetsystem, um dem Kern angemessen beizukommen.
      Wenn die Gerüchte wahr sind, dann wird’s beim diesjährigen Frickelfest ein sehr potentes System zum Aufmagnetisierung mit einstellbarer Energie geben und der Möglichkeit, die Flussdichte im Luftspalt hinterher zu messen. Die Gelegenheit würde ich gerne wahrnehmen; sollte das nicht klappen, komme ich sehr gerne auf dein freundliches Angebot zurück.

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  3. Hardy

    Moin Holger.

    Nach jetzt einigen Monaten der Tüftelei, des Probierens und des nicht Zufriedenseins stellt sich mir eine Frage:

    Geht es Dir darum ums Verrecken einen Vintage JBL Bass zu nehmen, der dann unter allen Umständen irgendwie dazu gebracht wird, so zu laufen, wie Du willst….?

    Oder

    Soll die Kiste klingen und Du nimmst einen (neuen) Basstreiber, der besser passt (Würgungsgrad und Tiefbass) und hast dann eine Box, die nach 4355 aussieht, Dir klanglich gefällt, nur eben keine „Echte“ ist?

    Ersteres kann ich sehr gut verstehen, macht ja auch eine Weile Spaß, aber irgendwann will man doch auch mal Musik hören?!

    Grüße
    Hardy

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    1. hb Beitragsautor

      Die Anmerkung ist durchaus berechtigt.
      Erst einmal: Diese Basteleien haben rein gar nichts mit der 4355 zu tun. Da besteht keinerlei Handlungsbedarf, der Bass geht ausgezeichnet.
      Das Ding hier, das ist (möglicherweise) Bestandteil eines noch nicht genau definierten Projektes. Die Vorgehensweise ist dabei nicht besonders ergebnisorientiert, hier ist eher der Weg das Ziel. Sprich: Ich will was darüber lernen was man tun sollte und was besser nicht. EIgentlich war ich nur auf der Suche nach einem potenten Alnico-15er – ich hätte auch gleich was Passendes kaufen können. Die entsprechenden JBLs sind aber rar und teuer und mna kann ja mal probieren, ob man was Passendes zusammenkombiniert bekommt. Sieht bis jetzt noch nicht so recht danach aus, aber das ist erst mal okay.

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  4. Martin

    Was wäre denn das Ziel gewesen?
    Qt wie ein K140 ~ 0,2 mit Fres des 2225 40 Hz? Das wird sich meiner Meinung nach nicht einstellen da die Magnete, egal ob Alnico oder Ferrit, gleich Stark waren.

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    1. hb Beitragsautor

      In die Richtung hätte es gehen sollen. An die 40 Hz des 2225 sollte sich herankommen lassen, das ist ja ein rein durch die Mechanik bedingter Parameter. Eine ein wenig tiefere Güte sollte aber drin sein – Flussdichte, BL, bewegte Masse von 2225 und K140 sind vergleichbar. Da sollte man sich zumindest in die Nähe der 0,28 des 2225 entwickeln können.

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      1. Martin

        Das sollte drinnen sein.
        Die Frage ist ob die Magnetisiereinrichtung genung „Wumm“ hatte oder der Magnet vorher „einen Weg“ beknommen hat. Aber ich weiss auch zu wenig über den Prozess des Magnetisieren bei Lautsprechern. Ferittmagneten werden nach dem Einbau magnetisiert. Ist das bei Alnico, Neodym und SamariumCobalt auch so? Bei den üblichen Alnicokonstuktionen hätte ich gedacht dass umgebende Gehäuse einer wirksamen Magnetisierung im wahrsten Sinne des Wortes im Wege steht.

        Das wäre dann bestimmt auch ein Interessantes Shootout:
        gleiche Membran/Schwingeinheitet bei gleichen Flußdichten und Güten mit unterschiedlichen Magnetmaterialien. Da könnte man sich dem Mythos Magnetmaterial analytisch nähern.

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        1. Frank

          Hi,
          Ich gehe davon aus, daß JBL, egal ob AlNiCo, NdFeB oder Ferrit-, ausschliesslich anisotrope Magnte verwendet. AlNiCo 5 und AlNiCo 8 sind definitiv anisotropisch. Deren „eingebaute“ Vorzugsrichtung schliesst einen Einfluss der Magnetisierungs(fehl)richtung einer selbstgebauten Anlage aus. Wichtig ist nur, daß ausreichend Schmackes 🙂 zur Anwendung kommt…

          Frohe Ostern!

          Frank

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      2. hoschibill

        Hi Holger 🙂
        Wenn die Aufhängung weicher wird, sinkt auch die Güte des Chassis. Ich denke, dass wird nach dem Weichprügeln schon viel besser aussehen.

        LG Olli

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  5. Ton Lansink

    Hallo Holger,

    gehört nicht noch einen „Masse“ Ring zum Recone Set?
    Wurde der mitverbaut in deine Chassis?

    Viele Grüße,
    Tony

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    1. hb Beitragsautor

      Hi Tony,
      hier gab’s kein „Set“. Das ist einfach eine 2225H-Membran in einem K140-Korb. Zusatzmasse stand nicht auf der Agenda. Damit bekäme man zwar die Reso runter, aber das kostet Wirkungsgrad. Und davon haben wir eh noch zuwenig.

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