Die lieben Kollegen

Habe unlängst mit großem Interesse die Berichter- stattungen zur High End bei den lieben Kollegen gelesen. Besonders interessant erschien mir, was Stereo und Stereoplay für die klanglich beste Vorführung hielten. Dabei ziehe ich vor den Stereoplay-Jungs in aller Form den Hut, die das auch hier schon weiter unten erwähnte Western Electric-Setup von 1948 zum Maß der Dinge kürten. Für diese Aussage in dem Umfeld braucht’s Eier in der Hose – Respekt.

Nicht ganz klar hingegen ist mir, was meine lieben Freunde aus Euskirchen geritten hat, als sie der über eine Viertelmillion teuren Unverschämtheit von Kharma Audio klangliche Höchstleitungen attestierten. Die frisch von ihrem Deutschlandvertrieb getrennten Holländer haben in München in einem Maße Antiwerbung gegen teures HiFi betrieben, wie ich sie selten erlebt habe.

5 Gedanken zu „Die lieben Kollegen

  1. Werner

    Hallo Holger & Konsorten!

    Na das nenn ich mal eine konkrete und ehrliche Meinungsäußerung von einem in der Branche tätigen Redakteur. Und es trifft ganz genau meine Meinung. Hab die Kharma-Anlage ebenfalls gehört und für absolut grausam empfunden, mein Bruder übrigens auch. Sowas in diesen Preisregionen vorzuführen- da gehört wirklich Mut dazu, den hätt ich nicht.

    Zum WE-Horn: Das hat mich ebenfalls schwer beeindruckt, natürlich kein Bringer in Sachen neutrales High End, aber an livehaftiger Musikalität kaum zu überbieten, außerdem rückt es so mache Maßstäbe zurecht. Da fragt man sich, was sich denn in 60 Jahren eigentlich an Fortschritt getan hat?

    Um mit km zu sprechen: Nehmt öfter eure Frauen zu Hörsessions mit, die hören abseits jeder Technikverliebtheit auf das Wesentliche! Sehr lehrreich!

    Grüße aus Österreich
    Werner

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  2. km

    Es ist Balsam für die Seele so etwas von jemanden wie Holger zu lesen!
    In einer anderen großen Messe habe ich meinen Ohren nicht geglaubt.Gott war das eine
    Meine Frau hatte mich gebeten aus einer Vorführung von einer 15.000 Euro Focal/Vincent Kette raus zu gehen,weil es unertragbar war.Und dann gab es noch Trottel die der Meinung waren das es so sein muß.
    Die Hörqualität auf dem FF war endlich wieder mal eine Versöhnung mit meinem Trommelfest.

    Gruß Karsten

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  3. Mathias

    Also kein Gribbeln beim Hören schöner Musik. Das erklärt Deine harten Worte. Vielen Dank für die Klarstellung. Ich darf ja garnicht erzählen mit welchem Billigzeuchz ich gerade und das mit enormem Genuß das geniale Album „Stratosfear“ von Tangerine Dream höre.

    Übrigens verdient Ihr bei Lp meinen Respekt dafür das Musik verschiedenster Stilrichtungen besprochen wird egal wie abwegig manche das finden mögen, denn ausser Klassik, Jazz und Harfenmusik (immer wieder geil manche Rezensionen in der Image Hifi diesbezgl.) gibt es halt auch andere Klangsphären zu erkunden.

    Daumen hoch!

    Gruß,
    Mathias

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  4. hb Beitragsautor

    Hi Mathias,
    es klang schlicht grausam. Und zwar nicht grausam im Sinne von „Geschmackssache“, sondern so richtig unter der Gürtellinie. Aufgebläht, langsam, oben schrill und substanzlos, keine nennenswerte Raumabbildung. Der Aussteller hätte sich definitiv einen Gefallen getan, wenn er das Ganze zum „tonlosen“ Ausstellungsstück erklärt hätte.

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  5. Mathias

    Moin Holger,

    wer hochpreisige Ware lobt wird selten gescholten und ich denke mal die Zielgruppe will genau so etwas lesen. Eine Konfiguration wie diese liegt so weit ausserhalb dessen was die meisten sich leisten oder anhören können das es wohl auch nur dann auffällt das etwas stimmt wenn einer der gegen den Strich gebürstet ist und dem man Kompetenz zuspricht ernste Worte findet.
    Ich würde nur zu gerne wissen wie diese Antiwerbung ausgesehen hat. War es eine protzige Präsentation, stümperhafte Abstimmung, hochnäsiges Verhalten der Aussteller oder ganz einfach nur in der Summe eine heftige Diskrepanz zwischen Preisschild und gebotener Leistung?

    Viele Grüße,
    Mathias

    ps. die Passage über die Eier in der Hose werden die zuständigen Kollegen sicherlich mit Genuß gelesen haben.

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