Das war wohl nix

Da finde ich gestern noch ansatzweise lobende Worte für das große mächtige US-HiFi-Magazin „stereophile“, und schon haut der Ober-Stereophile John Atkinson heute einen raus, dass es qualmt. Zitat:

„usually, the tweeter is the limiting factor in a system’s sensitivity, meaning the lower-frequency drivers have to attenuated to match“

Das steht im Zusammenhang mit dem Lautsprecher-Erstling von Carlos Candeias, Bernd Hugo und Manfred Penning, beheimatet in der Nähe von Kassel und gemeinhin als B.M.C. Audio bekannt. Mir geht’s gar nicht darum, dass die bislang schön human bepreiste Elektronik von den Jungs einen Lautsprecher für – schluck – 36300 US$ an die Seite gestellt bekommen, sondern viel mehr darüber, dass augenscheinlich auch die Größen der Branche keine Ahnung haben, wovon sie eigentlich erzählen:
Werter Mr. Atkinson, niemand macht einen Tief- und einen Mitteltöner leiser, weil der Hochtöner im Pegel nicht mitkommt. Zumindest im Falle eines Basses geht das mit vertretbarem Aufwand nämlich gar nicht.

Setzen, sechs.

(© für das Bild: Leo Yeh, my-hiend.com)

9 Gedanken zu „Das war wohl nix

  1. Joachim Gerhard

    Die Audio Physic Avanti von 1989 war die erste kommerziell erfolgreiche Box in Europa, die seitliche Bässe hatte.
    Und zwar an beiden Seiten. Nur an einer Seite ist problematisch aus einer Reihe von Gründen und nutzt einige mechanische und pneumatische Vorteile nicht. Solche Boxen sollen wohl hauptsächlich gut aussehen, da sie schmal sind.
    Ich denke, ich kann in Anspruch nehmen, das bei uns populär gemacht zu haben. Allerdings musste ich mir am Anfang einiges an Häme anhören. “ Das funktioniert nicht“ war noch das am wenigsten schlimmste.
    Pappa Manger hatte vorher schon einen Studio Monitor gebaut, der 3 Bässe hatte. 2 davon seitlich. Die waren auch push-pull miteinander verschraubt. Das erste mal überhaupt habe ich das bei einer AR box gesehen die Ken Kantor entwickelt hatte. Ich suche noch das Model aber ich glaube der Name war „Magic Box“.
    Das war eine extrem komplexe Konstruktion. Die Mittel-Hochton Treiber waren in bedämpften Schächten und es wurde auch zur Seite abgestahlt. Da war die Rede von „Psycho-Akustik“, das ist also auch nicht neu.

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  2. Mathias

    Hallo Joachim,

    ich habe 1996 bei der PHL Octogon (image hifi #10) erstmals sowas wie einen seitlichen Bass gesehen, aber das kann des Rätsels Lösung ja wohl nicht sein 🙁

    Hat jemand einen Telefon-Joker parat?

    Grüße,
    Mathias

    p.s. für Holger: heut dann Toto 25th anniversary live in Amsterdam 2003 – net audiophil, aber dat rockt 😀

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  3. Mathias

    Danke! Der Bass macht die Hosenbeine flattern und der Hochton sorgt fürs stundenlange Fiepen nach dem Konzert 😉
    Mmmh, ich gehe wohl besser mal pennen bevor ich noch mehr falsche Schlüsse ziehe.

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  4. hb Beitragsautor

    Hi Mathias,
    kurz gesagt: nö. Idealerweise sollten alle Treiber gleich laut sein, damit so etwas wie ein linearer Frequenzgang herauskommt. Unterschiedlich ist nur die Energieverteilung über der Frequenz: Ein Tieftöner bewegt bei gegebenem Schalldruck erheblich mehr Luft als ein Hochtöner bei gleichem Schalldruck.

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  5. Mathias

    Man möge mich jetzt gerne eines Besseren belehren… ist es nicht so, dass Tieftöner einen besseren Wirkungsgrad haben (können) man aber dennoch mehr Energie zuführen muss für vernünftige Pegel? Ich gestehe mich diesbezüglich noch nichtmal im Ansatz schlau gemacht zu haben. Einzig ist mir der Unterschied von 4db im Wirkungsgrad meiner kleinen Infinity zu den jetzt genutzten großen Geschwistern gewahr.

    Danke und Gruß,
    Mathias

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