Rest in pieces

Das mit der großen ALE-bestückten Box, das wird nix. So leid es mir tut und so gerne ich den Großtaten wenigstens einen würdigen Auftritt verschafft hätte – die technischen Fakten sprechen dagegen. Zuerst haben wir heute mal das Mittelton-Geschütz vermessen:


Die entsprechenden Grafiken vom Messrechner mitzunehmen habe ich natürlich gleich mal vergessen, die liefere ich morgen nach. Fest steht, dass die Horn-/Treiberkombi nicht so recht Freude aufkommen lassen will. Sie ist realistisch einsetzbar zwischen 500 Hertz und zwei Kilohertz. Das Horn scheint den Treiber erstaunlicherweise gar nicht zu laden, daher die relativ hohe untere Grenzfrequenz. Oberhalb von 2k ist’s mit der Linearität des Treibers leider vorbei. Selbst wenn man das geradegebogen bekäme, bleibt der drastisch ansteigende Klirr.

Stellt sich die Frage: Können 2k vielleicht reichen? Kann der Hochtöner vielleicht soweit herunter, dass sich da noch etwas sinnvoll kombinieren lässt?


Schwer zu sagen, zum Messen sind wir leider nicht gekommen, weil der Luxus-Tweeter einen offensichtlichen Wackelkontakt hat und die Impedanz der Schwingspule nur sporadisch stimmt. Sowas wie ein Kontaktierungsproblem des Schwingspulendrahtes ist unter Umständen lösbar, also habe ich beschlossen, den Hochtöner zu öffnen. Mit dem Zentrieren von Hochtönerschwingspulen habe ich jahrelang mein Geld verdient, deshalb mache ich mich vor dem Zusammenbau von sowas nicht bange.
Leider war die Situation nach dem Öffnen deutlich unerfreulicher als angenommen:


Die Membran ist kaputt. Aus dem ultradünnem – ich vermute – Berylliumblech ist schlicht in der Mitte ein Stück herausgebrochen. Da ist mit Bordmitteln nix zu machen.

Bleibt zum Trost, dass wir jetzt alle mal in einen superseltenen ALE-Hochtöner hineingucken durften.

Die Hoffnung, die dazugehörigen Lautsprecher zum Leben zu erwecken, ist damit aber leider gestorben.

4 Gedanken zu „Rest in pieces

  1. Oliver

    ???
    Die sagenumwobenen ALE Mid-Treiber decken tatsächlich 500-2000Hz ab? Unglaublich…..
    17000,- für ein gebrauchtes Pärchen?
    Ist die ganze Story wirklich o profan und das ganze Zeugs nur extrem teures Blendwerk?
    Man kann es kaum glauben.

    Antworten
    1. JosH

      @Oliver

      Naja. Teils teils.
      Mich würde es ja erleichtern wenn es sich als Blender herausstellte. Jedoch durfte ich bei GOTO erleben dass es keine Blender sind.

      John Inlow hat auf seiner Seite kürzlich ein neues Horn vorgestellt (Inlow 15A), in dem der 7550 im riesigen Schneckenhorn mit Subwoofer und JBL2404 als 3 Weg spielt. Er scheint restlos begeistert.

      Antworten
  2. JosH

    Oh neiiiiin wie schade! Und welche Enttäuschung.

    Aber bitte bitte lieber Holger, veröffentliche die Messung noch! Solch mystische Treiber werden so gut wie nie „enthüllt“…
    Ich habe selbst keine aber habe viel Hörensagen aufgeschnappt:
    – die Hochtöner mögen erst ab 7k
    – die Membran klebt manchmal am Phaseplug mit den Jahren
    – schau mal wir breit der Luftspalt ist. Es gibt ein paar Handelsübliche 16mm Kalotten. Goto baut auch noch (sehr baugleich!)
    – eventuell ist der Mitteltöner beschädigt: Erschütterung gibt Gaussverlust und so fehlt Hochton, Dreck unterm Phaseplug
    – Hornhals öffnet eventuell zu schnell, braucht ggf 10cm längeren Übergang
    – nicht aufgeben !!!!
    – Messungen veröffentlichen (andere Seite spiet doch evtl noch?) 🙂

    Drücke die Daumen!

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