Rauschen im Blätterwald

Schon klar – das ist keine ganz einfache Meldung, und ich weiß nicht ob es eine wirklich gute Idee ist, sich hier über den Mitbewerb auszulassen. Aber immerhin geht’s um einschneidende Veränderungen bei einem High End-Magazin, das seit über 15 Jahren am Markt ist und mir am Herzen liegt.

Der langen Rede kurzer Sinn: Die image hifi zeigt Auflösungserscheinungen. Chefredakteur Cai Brockmann ist weg, mein Lieblingsautor Roland Kraft dem Vernehmen nach auch, Michael Vrzal wie es scheint auch. Das Impressum des Magazins weist derzeit nur noch Uwe Kirbach und Helmut Hack als Redakteure aus.

Die Richtung zumindest des einen oder anderen „Abtrünnigen“ scheint klar und heißt Fidelity. Das ist ein Print-Dings, mal kein Online-Magazin. Gewagt, und natürlich nicht nur in meinem Sinne (von wegen der Verteilung des ohnehin kleinen Kuchens), aber wohl irgendwie unvermeidlich.

Und natürlich wünsche ich allen Beteiligten alles Gute – irgendwie ist ja auch jedes geschriebene Wort zum Thema ein Gutes.

Wenn jemand ein paar härtere Fakten zum Thema zu bieten hat – her damit bitte.

22 Gedanken zu „Rauschen im Blätterwald

  1. Werner Goger

    Ich lese selten Foren, weil mir die dort im Tiefstflug daherbrausenden Binsenweisheiten selbsternannter „Experten für eh Alles“ gehörig auf den Allerwertesten gehen. Als drei jahrzehnte alter Hifi-Highend-Selbstbau-Musik usw.-Afficionado muss ich jetzt aber doch wieder mal die Tastatur abstauben:

    Also, auch auf die Gefahr hin hier in allgemeiner Lobhudelei zu ertrinken, mach ich das jetzt.
    Herr Barske, ich finde es ausgezeichnet, wie sie, als einer der wenigen einschlägigen Autoren immer wieder das Kind beim Namen nennen. Das ist erfrischend und erhellend; weiter so. Aus der auch bei ihnen schon jahrzehntelangen Erfahrung entspringt sehr viel Sachkenntniss, die sie dem Leser unaufdringlich und direkt darbringen, egal ob es sich um Highend-Equipment oder mal wieder eine neue Boxenkonstruktion handelt.
    Sie sind für mich über die Jahre ein ebenso unverzichtbarer, mit Impetus (jaja, schaut nur nach ihr oberschlauen Forumskritzler) ausgestatteter, schreibender Kenner der Szene geworden, wie Roland Kraft, Cai Brockmann und der leider schon verstorbene Jürgen Egger. Sie alle haben sich immer wieder weit über den einschlägigen Tellerrand hinausgewagt und den highfidelen Gedanken dadurch vor der Erstarrung bewahrt.

    Ich finde es bemerkenswert, dass sie die Redakteursrochade bei „image hifi“ zum Thema machen; so unverblümt lobende Worte für die Konkurrenz finden. Diese Zeitschrift hat dem deutschsprachigen hifidelen Blätterwald in den letzten 15 Jahren immer wieder gewaltige Lebensimpulse eingeblasen.

    Ich bin gespannt, wie „image hifi“ den Abgang seiner Elite verkraftet, aber Veränderung ist nun mal die Konstante des Lebens. Deshalb bin ich genauso gespannt, was da mit „Fidelity“ aus dem highendigen Taufbecken gehoben wird. Wie sie, Herr Barske, schon anmerkten, ist (fast) jedes Wort zum Thema ein Gutes.

    In diesem Sinne, sehen wir uns auf der Highend in München, vielleicht auch auf ein persönliches Schwätzchen.

    Weiter so und viele Grüße aus Graz
    Werner

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  2. Georg K.

    Habe einfach mal Ingo Schulz angemailt
    wird als Verantwortlicher im Impressum der Zeitschrift und geführt und nachgefragt!
    ANTWORT:

    Sehr geehrter Herr Kühner,

    Entschuldigen Sie bitte meinen Telegrammstil, aber ich bin knapp dran und muß gleich weg. Nur ganz kurz: CB und RK sind fest und exclusiv an Board, sowie weitere Namen, die Sie kennen, und ausgewählte neue Autoren, die völlig neue Akzente setzen werden. Lassen Sie sich überraschen.

    Viele Grüße,

    Ingo Schulz

    ZITAT ENDE

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  3. Jochen Semler

    18 Leute ist eigentlich eine ganz schön große Truppe für ein HiFi-Magazin. Muss dann vielleicht was ganz ‚Großes‘ werden.

    Gruß,
    Jochen

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  4. 2A3 Maniac

    In der heute erschienenen Ausgabe 2/2012 schreibt Uwe Kirbach im Vorwort:

    „In eigener Sache: Seit 15 Jahren war er bei der Image Hifi, die letzten zwei Jahre als Chefredakteur, mit dieser Ausgabe verlässt uns Cai Brockmann. Für uns alle kam das sehr überraschend, vielleicht haben ihn die vielfältigen Aufgaben als Chefredakteur zu häufig von unserer gemeinsamen Leidenschaft, dem Musikhören, abgehalten. Wir wissen es nicht, wünschen ihm von Herzen alles Gute und danken ihm für die wirklich engagierte, kenntnisreiche Arbeit und die vielen mit lockerer Hand geschriebenen Artikel.“

    Von Roland Kraft kein Wort, ok, es sind ja auch noch einige Artikel von ihm in dieser Ausgabe.
    Für mich persönlich KANN image hifi ohne Roland Kraft und Cai Brockmann gar nicht mehr die Zeitschrift sein, deretwegen ich sie abonniert habe…

    @ Holger:
    Mach Dir mal keine Sorgen – mit Eurer Themenauswahl (Schwerpunkt Vinyl) in der lp habt Ihr schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal und hebt Euch wohltuend ab (und die K+T kaufe ich auch regelmäßig). Außerdem glaube ich, dass die meisten von uns sich auch 2, 3 oder 4 Hifi-Zeitschriften alle zwei Monate leisten (können). Wenn Inhalt, Aufmachung und Schreibe den Leuten gefallen, dann kaufen sie die Zeitschrift auch. In gewissem Sinne ist „der Kuchen“ also keine statische Größe, sondern „atmet“.

    Gruß,
    Carsten

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    1. Mathias

      Hallo Carsten,

      so sehe ich das auch. Ich werde dem Projekt zwar auch ohne CB und RK eine Chance geben, nur: die 2 haben eine Linie und einen eigenen Schreibstil „verbrochen“ ohne den es schwierig werden wird. Übrigens taucht als „Leserbriefonkel“ diesmals allein – und letztmals? – RK auf.
      Auf zu neuen Ufern! Fidelity? Warum nicht 🙂

      Was die lp angeht, so hört man von älteren Semestern (Ü50) gerne mal das sie zuviel Technik und zu wenig Musik bei den Themen finden. Nur mal so als Wasserstandsmeldung von mir.

      Analogen Gruß,
      Mathias

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    2. jj

      Dass der „Kuchen atmet“, glaube ich auch. Ich vermute aber, eher wie ein Schwindsüchtiger. Es gibt bestimmt statistische Erhebungen, die Deinen Optimismus nicht rechtfertigen.

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  5. DerAlteDachs

    Erstaunlich, erstaunlich … irgendwie erinnert mich das ganze an 1995, als die HifiExklusive nach einem Jahr monatlichen Erscheinens in die STEREO „integriert“ wurde und plötzlich in meinem Briefkasten ein Anschreiben eines Verlages lag, der ein neues HifiBlatt mit vielen bekannten Autoren ankündigte …. HifiMagazine scheinen nur eine gewisse „Halbwertzeit“ zu haben 😉

    Ich bin auf jeden Fall gespannt, was da auf den geneigten Leser zukommt und hoffe das vor allem R. Kraft nicht beschlossen hat, nur noch in seiner Werkstatt an Verstärkern rumzuschrauben sondern durchaus mal wieder den ein oder anderen galligen Kommentar in die Tastatur haut.

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  6. Eric

    Diese Entwicklung war meiner Meinung nach absehbar. Ich habe den Kauf dieses Magazins mit Ausgabe 100 eingestellt. Schon die letzten hatte ich eigentlich nur noch gekauft, weil ich alle Ausgaben hier stehen habe.

    Wirklich unterhalten habe ich mich schon länger nicht mehr.

    Das Konzept einer Autorenzeitschrift halte ich für durchaus gut. Die individuelle Darstellung ist aber im Laufe der Zeiten immer weiter eingeebnet worden.

    Autoren wie Jürgen Egger und Ulrich Michalik fehlten dort wirklich. Eine im Rahmen des möglich kritische Auseinandersetzung mit dem Thema an sich, eine gewisse Satire und Ironie nur noch von Roland Kraft gekommen.

    Bei mir fiel die Klappe mir der Rückkehr von Uwe Kirbach und der Tatsache, das RK angeblich irgendwann auch Klangschälchen benutzte. Schade…

    Sicherlich war und ist die IH eine Publikation die sich im höherpreisigen Bereich mit einer vermeintlich entsprechenden Klientel bewegt.

    Mehr über den Tellerrand geguckt, ein besserer Musikteil und mehr „Magazin“ hätte dem Blatt gut getan.

    Gruß
    Eric

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  7. Joachim Gerhard

    Die Photos in Image sind natürlich top und ich hoffe, dass Fidelity da nicht schlechter wird.
    Was ich als Entwickler immer vermisst habe sind die Messwerte. Da tut sich Stereoplay, Stereophile und Hifi News hervor. Bei HiFi News kann man dann noch detaillierte Messungen runter laden. Das finde ich einen guten Kompromiss. Natürlich bin ich etwas voreingenommen, wenn ich gute Werte sehe. Happy bin ich wenn es super klingt und sich dann auch anständig misst.
    Ich wünsche Cai und Roland, dass alles reibungslos über die Bühne geht. Die beiden sind mir sehr ans Herz gewachsen.
    Uwe, jetzt kannst du zeigen, was in dir steckt.

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  8. thomas

    hallo schlaubi
    hallo ingo
    nun warum meinst du das die papiermagazine out sind.

    was bitte sollen doch die papierlosen für einen vorteil haben????

    NUR WEIL ES PLÖTZLICH IN IST ALLES UND JEDES AUS DEM NETZ UND INS NETZ ZUSTELLEN BZW DORT DOWNZULADEN?????

    NE ICH HABE LIEBER PAPIER ZUM LESEN IN DER HAND:
    DAS KANN ICH NOCH IN 20 JAHREN DRIN LESEN WENN DAS I-PAD LÄNGST IN DER SCHROTTKISTE LIEGT:

    und wenn ich den artikel per i-pad doch mal auf papier haben möchte so muß ich ihn mir ausdrucken.

    und an ingo

    nun warum machst du nicht mal so ein buch?????
    kannst ja da alle die fehler vermeiden die dort gemacht wurden.
    ich finde das letzte buch sehr lesenswert.

    und warum eigendlich immer so ein hass auf das angebliche vodoozeug.

    hast du es denn schon mal ausprobiett?????
    oder lehnst du es grundsächlich ab????

    denn dann müßte alles vodoo sein was besser klingt wie ein kofferradio.

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  9. Schlaubi

    Ich denke, die Zeit der Papiermagazine ist abgelaufen. Pornofotos von leckeren Geräten, die sich eh kaum einer leisten kann, sind im Netz billiger zu haben – dafür brauche ich keine Papiermagazine. In Zeiten des iPads sollten sich die Verlage mal ein wenig mehr Gedanken über digitalen Content machen. Das All-you-can-read-Abo von K&T, LP und Co. ist da schon ein prima Fortschritt, wenn auch technisch noch nicht so das gelbe vom Ei. Dafür stimmt das PLV.

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  10. Sascha

    Als bekennender RK-Fan und eher der feulietonistisch zugeneigten Fraktion kann ich nur hoffen, dass das neue Magazin sich an den großen Ausgaben der HEX orientiert als an den Image-HiFi-Ausgaben der Dirk-Sommer-Zeit. Ich fand in den letzten Jahren zu wenig kritische Anmerkungen zu Gerät und zu viel Voodoogelaber. Ich will Röhren, Analog und von mir aus auch Selbstbau. Ich will kein Marketing-Gelaber und anzeigenorietiertes Heligsprechen von mediokren Teuerteilen. Ich will kritischen HiFi- und Musikjournalismus – Satire und Ironie mit eingeschlossen.
    Aber wahrscheinlich krieg ich nicht das, was ich will – auch gut

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  11. Ingo

    Tja, der Markt wird kleiner und diversifiziert sich. Analoges wird von der LP abgehandelt (in kreativer Rechtschreibung), digitales u.a. von der einsnull, die image hifi hingegen krankt seit Jahren an einem schlecht strukturierten Musikteil, viel zu viele Artikel sind zu verquasselt und voodoo-kontaminiert (Kirbach!), die Geräteauswahl wirkt häufig, ähnlich wie mittlerweile bei der STEREO auch, wie vom Zufallgenerator zusammengestellt. Die letzte Hifi-Tunes Ausgabe war auch eher für die Tonne.
    Ich lob mir da immer noch die unaufgeregt-sachlich hifi + records, hoffe aber, dass uns kein Hifi-Printmedium verschütt‘ geht.

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  12. Georg S.

    Ich habs befürchtet – Bin Abbonent von Ausgabe 1 an und muss nun zusehen, wie das Blatt langsam „den Bach hinunter blättert, nicht plätschert…“ Schade drum – kann man nur hoffen, dass das neue/alte Team gute Arbeit macht und der Neustart gut gelingt. Wie sieht es mit HiFi-Tunes aus? …“mit gefangen, mit gehangen“…???

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  13. Jürgen Günther

    auf der einen Seite sehr schade, da es in diesem Segment kaum noch vernünftige Zeitschriften am
    Markt gibt. Andererseit vielleicht auch die Chance mal wieder zu den Wurzeln zurückzukehren.
    Die Besprechungen fand ich in den letzten Jahren zunehmend nichtssagender und unkritischer. Teuer = gut, extrem teuer noch besser? Wenn z. B. in einer Weiche eines sündhaft teuren LS (mitunter mit sehr preisgünstigen Chassis) mal ein etwas besserer Kondensator verbaut wird (natürlich nach jahrelangen Abstimmungsprozessen!), erwarte ich von einer solchen Zeitschrift nicht unbedingt ehrfürchtige Kommentare. Aber möglicherweise will es die Kundschaft genau so. Des Kaisers neue Kleider. Wenn es schon keine Ohren oder Sterne gab, dann wenigstens die verbale Absolution.
    Vielleicht war die jetzige Entwicklung die logische Konsequenz. Ich hoffe, dass Roland Kraft, der zu meiner Freude auch gern mal gegen den Strich gebürstet hat, beim Neustart mit dabei ist und
    mehr Akzente setzt. Dann wird´s schon wieder. Aber nix für ungut ihr Image-Hifi-Leute; unter den
    Tauben hattet ihr doch noch das beste Gehör.

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  14. Mathias

    Hallo Holger & Georg,

    Roland Kraft ist dafür verantwortlich das ich immer wissen wollte wie sich ein Masselaufwerk im Gegensatz zu einem Schwabbler anfühlt/-hört und mit Röhren hat er mich auch erfolgreich infiziert. Das liest sich nicht gut …
    Man darf gespannt sein wie es weitergeht immerhin hat mich diese Publikation auf das Thema High End aufmerksam gemacht und ich besitze immer noch alle jemals gekauften Exemplare dieses Magazins.

    Grüße,
    Mathias

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  15. Georg K.

    Roland Kraft ist für mich eine echte Institution im Bereich Hifi / High End,
    ohne Ihn wäre die image hifi nur noch halb so lesenswert.

    Er hat in der aktuellen Ausgae wohl noch geschrieben!?

    Gruß Georg

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  16. Kaeser

    Hallo Herr Barske!

    Wie ist denn dieser Satz zu verstehen?

    „Die Richtung zumindest des einen oder anderen “Abtrünnigen” scheint klar und heißt Fidelity. Das ist ein Print-Dings, mal kein Online-Magazin.“

    Ist „image hifi“ denn nicht auch ein „Print-Dings“?

    Nebenbei! Wechsel und Wandel gab es schon immer – mir wurde zugetragen, auch bei K+T;-) – und dürfte dem Objekt der Begierde aller Hörbesessenen nicht unbedingt schaden, sofern sich aktive Leute nicht komplett abwenden und sich beispielsweise dem Weinhandel widmen.

    Man verzeihe mir den kleinen Seitenhieb!

    Antworten
    1. hb Beitragsautor

      Den „Seitenhieb“ verstehe ich leider nicht. Wer ist uns denn abhanden gekommen und widmet sich jetzt dem Vertrieb von Traubensaft?

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      1. Kaeser

        Meines Wissens hat sich der Protegé des Plasma-Hochtöners aus der HiFi-Szene zurückgezogen und dem Weinhandel gewidmet. Falls das nicht stimmt, bin ich wohl einer „Ente“ aufgesessen.

        Der Seitenhieb bezog sich nicht auf K+T. Ich finde es nur generell schade, wenn jemand sich vom Hobby HiFi komplett abwendet wie eben besagter Herr.

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