Kellerkind

Heute Nachmittag fiel es mir mal wieder ganz deutlich auf: Ich habe einfach keine Ahnung, was das ist: HiFi. Das war nämlich so: Ich habe größere Teile des Tages in unser Werkstatt verbracht und diverse Dinge für die High End (nächste Woche) und fürs Frickelfest (in knapp vier Wochen) erledigt. Und wenn schon mal Samstag ist, dann läuft da WDR 2 mit der Live-Berichterstattung vom Bundesligasamstag. Dafür zuständig ist bei mit ein Spätsiebziger- oder Frühachtzigerradio von Saba, dass mal als „Beifang“ bei irgendeiner Ebay-Auktion mitkam – ganz gewiss nichts Besonderes oder gar kultisch verehrtes. Das Ding ist nicht besonders in Schuss; das Tastenaggregat, mit dem man zwischen den Rundfunkbändern wechselt hat‘s in Sachen Kontaktsicherheit lange hinter sich und will immer erst mindestens zwei Dutzend Male betätigt werden, bevor sich so etwas wie ein stabiler Betriebszustand einstellt. Dann aber macht‘s WDR 2 ziemlich gut und rauscharm, und das im Keller durch eine dicke Betondecke.

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Noch erstaunlicher als das ist aber: Das Ding klingt gut. Obwohl es in einem großen hoffnungslos unterbedämpften gefliesten Raum steht, klingt es gut. Auch in den beiden benachbarten Räumen. Und nicht nur bei Sprachübertragungen, auch bei Musik. Klar, das hat keinen HiFi-tauglichen Frequenzgang, aber irgendwie rockt der Eimer. Man kann damit ausgezeichnet hören und irgendwie fehlt mir da nichts. Im Gegenteil, ich habe mich heute dabei ertappt, Madonna mit „Miss American Pie“ gut zu finden. Sehr erstaunlich und ganz bestimmt wert, hinterfragt zu werden.
In diesem Sinne: Vielleicht sieht man sich nächste Woche in München im Schatten irgendwelcher 400000-Euro-Lautsprecher.

2 Gedanken zu „Kellerkind

  1. Benjamin

    Solange man mit dem Hobby HiFi Spaß hat und es nicht zum Zwang wird, alles gut.
    Aber so Erlebnisse sollten einem schon mal zu Denken geben.

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