JBL 4355 – Weichendetails

In 33 Tagen ist ETF in Berlin. Bis dahin soll die 4355 spielbereit sein und so wird’s höchste Zeit, die Dinge ein wenig zu beschleunigen.
Und so hab ich mich mit ein paar Details der passiven Frequenzweiche beschäftigt, die bei JBL die Typenbezeichnung 3155 trägt. Dort tauchen Bauteile auf, mit denen ich mich zugegebenermaßen während meiner Beschäftigung mit dem Bau von Lautsprechern nie beschäftigt habe: Pegelsteller, bei Lautsprechern „L-Pads“ genannt. Zuerst einmal irritiert die Art und Weise, wie JBL sie zeichnet:lpadori_600Nach ein bisschen Beschäftigung damit ist klar: Alles gut. Das sind ganz normale Potis, nur mit etwas Belastbarkeit. Auch wenn da jeweils zwei Widerstandselemente eingezeichnet sind, in der Realität gibt’s nur eins davon mit einem Abgriff über einen Schleifkontakt.
Soweit, so gut und irgendwie auch noch handelsüblich. Was aber tun, wenn man, wie hier, einen 16-Ohm-Typen braucht? In Deutschland hab ich nichts Passendes gefunden, und bei Parts Express wollte ich nicht – dauert und kostet heftig Versand.
Eine mögliche und hoffentlich gangbare Lösung erfordert die Stereoversion eines Acht-Ohm-L-Pads. Beide Hälften hintereinander geschaltet ergeben ein 16-Ohm-Poti mit einem „Aber“: Je nachdem, welchen der beiden Schleifer man anschließt, hat man entweder ein 0-bis-8-Ohm oder ein 8-bis-16-Ohm-Poti. Ich gehe mal davon aus, dass sich schnell herausstellen wird, welche Option in der Praxis die richtige ist.
Ich hab gleich mal die dicken 100-Watt-Varianten von Monacor genommen; die passen jetzt zwar nicht mehr ganz ins Originallochbild der 4355-Front, aber damit kann ich leben.lpad_600

5 Gedanken zu „JBL 4355 – Weichendetails

  1. oliver Wochian

    Nachtrag: ICh habe noch ein Paar JBL 375 hier mit Titanmembran. In der Kombination kann man mit der 4355 auch sehr gut Klassik hören. Der Treiber klingt natürlicher. Ideal wäre aber ein Kugelwellenhorn mit 30 cm (habe ich auch noch). Dann ist man aber von Orginalaufbau weit entfernt.
    Die 4355 ist ein Kompromiss, der zu Lasten des Klangs geht. HT und Mitteltöner müssten ÜBER den Mittelbass angeordnet sein. Die Bässe sollten nicht in Bodennähe angebracht sein, sondern mindestens 70 cm davon entfernt. So ein Teil passt aber in kein Studio. Daher die Form der 4355.
    Die beiden Bässe sollten auch in voneinander abgetrennten Gehäusen arbeiten. Dazu kann man eine Trennwand von der Frontwand bis zur Rückwand ziehen. Die Seitenwände des 2202-Gehäuses sollte man auch bis zur Rückwand ziehen, sodass man eine ausreichen Verstärkung der Rüchwand hat. Ohne die Maßnahmen wackelt das Teil wie ein Lämmerschwanz bei richtig Pegel. Die BR-Tunnel können auch nach hinten zeigen. Die Tunnel neben den Bässen hat man ja zum Glück nicht mehr so, wie bei der 4350.
    Wenn irgend möglich, sollte die Weiche NICHT ins Gehäuse. Als ich richtig laut hörte, hatte der Kasten der Orginalweiche geklappert. So fing das mit der Eigenentwicklung an.
    Der Mittelhochtöner sollte nicht nur an einer Verbindungsstrebe „gebunden“ werden, sondern in einer V-förmigen Strebe liegen. Das bringt auch deutliche Vorteile.
    Gruß

    Oliver

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  2. oliver Wochian

    Hallo Kollege,
    ich habe noch ein Passives Netzwerk für die 4355 hier liegen.
    Da die Orginalweiche sehr bescheiden klingt, ahtte ich das Teil mit hochwertigen Bauteilen aufgebaut. Im Hörtest mit dem Orginal ist sie dramatisch besser. Mehr Räumlichkeit, die Stimmen sind nicht so gepresst und eine bessere Hochtonauflösung. Den Poti für den Hochtöner ließ ich weg, weil gematchte Hochtöner verwendet wurden, die genau angepasst waren.
    Ich sende dir gerne Bilder, weil ich das Teil nicht mehr benötige. DSP im Vollaktivbetrieb sei Dank.
    Gruß

    Oliver

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  3. FENINALIX

    Mehrfach habe ich gelesen und gehört das Pegelsteller bei Lautsprechern den Klang eher verschlechtern – braucht man sie wirklich?

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    1. hb Beitragsautor

      Generell halte ich jede Form von resistiver Abschwächung vor einem Hochtöner für problematisch. Wir haben in der Vergangenheit Spannungsteiler gegen Autotrafos gehört und die Vorteile für die induktive Lösung hatten erschütternde Ausmaße. Dabei ist es aber egal, ob der Teiler mit Einzelwiderständen oder einem gescheiten Poti realisiert ist. Vielleicht brauche ich das Poti auch gar nicht, das erkläre ich beim folgenden Beitrag über meine Variante der Weiche vom Typ JBL 3155.

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