Damals…

Wahre Worte, gefunden in Sven Kabelitz‘ Rezension des neuen Saga-Albums „20/20“ auf laut.de:

„Die Musik unserer Jugend prägt uns ein Leben lang. Nie wieder wird sie uns so erwischen und berühren, wie in unseren frühen Teenager-Jahren. Je älter man wird, um so schwerer wird es, neuen musikalischen Entwicklungen etwas abzugewinnen. Zum Teil braucht es dafür Offenheit und sogar Arbeit. Die Alternative ist, stehen zu bleiben, alles Neue abzustrafen und voller Nostalgie das lang Vergangene mit Wortblasen wie ‚das war noch Musik‘ abzufeiern.“

9 Gedanken zu „Damals…

  1. Franz G

    Ich kann mich dem Sven Kabelitz nur anschliessen:
    Es ist nämlich genauso mit der Liebe 🙂
    Ach ja, ich geniesse gerade Selah Sue und Imelda May.
    Beides sind neue Lieben für mich…
    Zwar stark komprimiert (war eben früher besser), aber eben.

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  2. Norbert

    Etwas anders sieht es bei mir schon aus. Von den „Sünden“ der Jugend kam ich irgendwann (Mal Sondock & Wolfgang Neumann von WDR2 sei Dank) über ELO, Queen usw. zu den Dire Straits und weiter ging es zu Pink Floyd und Genesis und Peter Gabriel. Außer letztgenanntem wird es aus dieser Richtung nichts Neues mehr geben, von den zahlreich erschienenen Remaster-Alben (die natürlich alle gekauft wurden) mal abgesehen.

    Doch zwischendurch gibt es immer wieder mal Neues zu entdecken, welches teilweise für mich auch schon wieder „out“ ist (z.B. Coldplay). Und dann gibt es Entdeckungen wie Dillon, von der ich durch die „LP“ erfahren und dann auch als Vinyl gekauft habe. Zeitschriften-Artikel über Progressive Rock haben mir Bands wie Porcupine Tree oder Dream Theater bekannt gemacht und ich denke, so wird es weiter gehen. Es gibt bestimmt genügend „alte“ Bands, die ich noch nicht kenne; es wird immer mal wieder einen Newcomer geben, der mir gefällt und so wird Musik nie langweilig.

    Die Musikteile der bekannten HiFi-Zeitschriften werden mir sicherlich das eine oder andere Mal dabei behilflich sein.

    Und selbstverständlich kommt immer noch viel Dire Straits, Pink Floyd und Genesis aus meinen Lautsprechern. Nur immer seltener von CD. Entweder nicht-datenreduziert von der Festplatte oder vom Plattenspieler.

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  3. Georg K.

    Wer Spass von Freude unterscheiden kann und und Genuss nicht mit Befriedigung gleichsetzt kann sich Musik erhören ohne sich zu berieseln oder zu verklären

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  4. Peter Lustig

    Nun, ich für meinen Teil habe wenig Arbeit damit neue Musik zu entdecken- denn (zu)Hören ist subjektiv keine Arbeit sondern eine Frage der persönlichen Einstellung. Bin aber auch erst 42 🙂

    P.S. Noch heute danke ich „John Peels Music“ auf BFBS für seinen Anteil daran mir zu helfen, in den 80ern generell und speziell in Ostdeutschland nicht verrückt zu werden.

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    1. Mathias

      Hallo Peter,

      das wird auch ein Lebensjahr später nicht schwieriger ;-). Vom Punk kommend bin ich mittlerweile am anderen Ende der musikalischen Skala angekommen und das ohne meine alten Vorlieben zu verleugnen. Das kann verstörend wirken aber eben nur auf die Menschen die nach Beethoven mit Pere Ubu konfrontiert werden.

      Ein ganz heisser Tip heute: Chie Ayado 🙂

      Grüße,
      Mathias

      p.s. oder Johannes Brahms`Ungarische Tänze oder auch Toto Live in Amsterdam 2005, wobei jetzt muss es Portishead sein 😀

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      1. Peter Lustig

        Hallo Mathias,

        da bin ich im Bezug auf das nächste Lebensjahr sehr beruhigt, danke!

        Witzig sind die Situationen, in denen man bislang unerhörte/ geschmähte/ übersehene etc pp Musik entdeckt. Die Musik zu Lars von Triers Film „Melancholia“ hat mich dazu bewogen, mir (nur wegen einem Bruchteil des Werkes, der Prelude) „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner mit Furtwängler am Pult zu kaufen, also quasi ein bräunlich bespritztes Doppelpack. Als „links“ denkender Mensch habe ich da ja fast ein schlechtes Gewissen zu haben… wäre da nicht meine Neigung zu gesunder, intellektueller Ambivalenz 🙂 Das Leben ist schön und noch schöner wird es mit dem „Brian Jonestown Massacre“ (another story); die Platte dreht sich schon…

        So Long-
        Peter Lustig

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        1. steffdeff

          Hallo!

          Was soll an „Tristan und Isolde“ von Furtwängler dirigiert denn ein „bräunlich bespritztes Doppelpack“ sein?

          Viele Grüße

          Stefan

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          1. Peter Lustig

            Hallo Stefan,

            Wagner hatte antisemitische Ansichten und war Hitlers Lieblingskomponist.
            Furtwängler war Mitläufer/ Opportunist unter den Nazis.

            So bekommt halt ein jeder von der Nachwelt sein Fett weg. Zum Glück zerbreche ich mir über Deutungshoheiten nicht mehr den Kopf.

            So Long-

            Peter Lustig

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