2021/1

So. Da isses jetzt also, dieses 2021, in das wir alle soviel Hoffnung setzen. Und weil’s keine Veranstaltungen gibt, von denen ich was erzählen könnte, müssen’s ein paar Eindrücke von meinem Jahreswechsel tun

Wir wollen’s ja nicht (hoffentlich) kurz vor der Ziellinie verreißen. Also vor der ersten Spritze. Und deshalb auch eine Ein-Personen-Silverster-Party. Auch nix mit „im kleinen Rahmen“, „nur dem ganz harten Kern von Leuten“. Sondern ganz alleine mit ein bisschen nettem neuen Spielzeug, genügend Vinyl, Alkohol und dem Smartphone als Live-Draht in die Welt. Nicht so toll, aber was willste machen.

Und so hab‘ ich mir den neuen Thorens TD 124 DD, der Gegenstand einer kommenden Betrachtung in der „LP“ wird, auf ein eher suboptimales Regal direkt am Hörsofa gestellt, die hauseigene SPU-Variante montiert, die neue MK6-Version von Dieter Mallachs „kleinem“ preamp three phono dazugestellt und noch schnell ein Paar XLR-Kabel für den symmetrischen Anschluss des Drehers gelötet. Hat bestens funktioniert und ich fand’s ausnahmsweise großartig, zum Platten wechseln und umdrehen nicht aufstehen zu müssen.

Das war kein Abend, um ihn alleine zu verbringen, aber so hat’s ganz gut funktioniert. Zumal dahinter auch noch reichlich spannendes Zeug spielte.

Dass fürs Vorverstärken bei mir schon länger dieses sibirische Highlight namens NEM PRA-5 zuständig ist, hat sich wohl herumgesprochen, aber das da oben auf dem Rack, das ist etwas ganz Neues und sehr Besonderes:

Das ist Silvercore-Christof Kraus‘ „Collector’s Amp“, eine sehr trickreiche Hybridkonstruktion, in die man jede Menge uralter Vier- und Fünfpolröhren stöpseln kann und denen gewissermaßen ein hochmodernes Halbleiter-Exoskelett übermenschliche Kräfte verleiht: 17 Watt hat Christof gesagt, ich hab‘ noch nicht nachgemessen. Komplett ohne Stress für die Röhren, aber garantiert mit deren klanglicher Signatur. Ich habe erst einmal REN 904 und RE 604 gesteckt, Möglichkeiten zum Spielen in des waren reichlich vorhanden:

Ich weiß, ich weiß – da wird dem eingefleischten Röhrensammler schon ziemlich warm ums Herz. Trotzdem habe ich den Jahreswechsel ohne diesbezüglichen Umbau verbracht – ich war mit der Ausgangskonfiguration vollkommen glücklich.

Meine Mini-Onkens mit Focal-Bass und JBL-Tops waren mit den 17 Watt angesichts von (echten) 96 Dezibel Wirkungsgrad ziemlich glücklich, obwohl bis in die frühen Morgenstunden echt anständig Krach gemacht habe.

In musikalischer und klanglicher Hinsicht war’s klar das beste Silvester seit vielen Jahren – es hilft enorm, wenn man bei der Musikauswahl auf niemanden meint Rücksicht nehmen zu müssen.

Das war Musik hören, wie es sein sollte. Emotional, laut und sehr persönlich. Mit vielen Tränen in den Augen und skurrilen Kleinigkeiten, die halt nur in einer solchen Situation passieren.

8 Gedanken zu „2021/1

  1. Rafael Friedl

    Schöne Fotos,Gottseidank habe ich die 4355er noch hinter den Onkens entdeckt. Meine 4350 (Originale) betreibe ich mit der JBL 5234 und den originalen Steckkarten sowie den alten JBL 6008- Endstufen. Habe viel ausprobiert aber nichts wirklich besseres gefunden. Der immer noch günstig zu erstehenden Aktivweiche unbedingt mal eine Chance geben. Ich habe eine ältere StereoSound- Ausgabe, in der verschiedene höchstpreisige Aktivkonzepte mit Goldmund, Accuphase, ML, etc. immer mit einer 5235 -Nachfolger der 5234- gekoppelt wurden- und die Redakteure hätten was anderes verwenden können. Bei Interesse schicke ich Dir den eingescannten Artikel. Die Fotos sind wie immer bei StereoSound perfekt.Schönen Abend und viel Glück 2021- gesund waren die Leute auf der Titanic ja auch… Rafael

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    1. hb Beitragsautor
      Hi Rafael,
      ich weiß, die 5234 und 5235 tauchen immer mal wieder gebraucht für relativ kleines Geld auf, ich habe auch schon damit geliebäugelt. Zudem habe ich habe die Service Manuals dafür und weiß auch, wie eine entsprechende Filterkarte für die 4355 zu bestücken wäre. Eigentlich will ich aber was selbst machen.
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  2. Uwe

    Hallo Holger,mit welchen Verstärkern hast du denn die JBLs zuletzt betrieben? Ich kann mich noch erinnern, das auf dem ETF und dem FF das noch eine große Frage war.Lieben GrußUwe

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  3. Falk

    Holger,Was hast Du mit den dicken JBLs gemacht? So einfach verstecken ist damit ja nicht. Und ja, Dein Silvester ähnelte meinem. Liebe GrüßeFalk

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    1. hb Beitragsautor

      Die Dicken stehen natürlich warm und trocken und warten darauf, dass ich endlich einen Fehler korrigiere: Ich hab‘ die Bässe bislang immer mit 12dB getrennt und den TMT verpolt. Was falsch ist (und schon immer war), ich brauche endlich eine korrekte Aktivweiche mit 18 dB Butterworth @290 Hertz.

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  4. Johannes

    Die beste Röhre ist die 1980er Malt 😉 Klasse Bilder. Das waren die ruhigsten Weihnachten und Jahreswechsel Tage eher.Auch Dir Holger, noch ein frohes neues.

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