SymAsym

Praxis

Wir bauen uns eine Endstufe – Wie geht das?

Zuerst einmal sollten wir vielleicht den Begriff „eine Endstufe“ definieren:

Das SymAsym-Konzept ist erst ein mal monophon. Wie jedes andere Verstärkerkonzept auf der Welt auch. Wenn Sie Stereo hören wollen, brauchen sie zwei, wenn Sie ein Fünfwege-Heimkinosystem bauen wollen, brauchen sie 25. Mit SymAsym ist all das problemlos möglich.

Der Klang + Ton-Bauvorschlag stellt zwei echte Monos vor, will sagen: Zwei Verstärker, zwei Netzteile, zwei Gehäuse. Das kann man so machen, muss man aber nicht: Wer’s gerne noch günstiger hätte, der kann natürlich zwei Verstärkerplatinen in ein gemeinsames Gehäuse bauen und beide aus einem gemeinsamen Netzteil versorgen. Wie so etwas aussehen könnte, davon wird später noch die Rede sein, wir bauen hier erst einmal Monos.

Prinzipieller Aufbau eines SymAsym-Monoblocks

An dieser Stelle hole ich sicherheitshalber etwas weiter auf, um auch dem einen oder anderen bislang ausschließlich mit Lautsprecherselbstbau beschäftigten Selbstbauer die Scheu vor einem Elektronikprojekt wie diesem zu nehmen – die Lötprofis mögen mir das nachsehen.

Ein SymAsym-Monoblock besteht ganz grob aus drei Funktionsblöcken:

– Verstärkerplatine mit Kühlkörper

– Netzteil mit Netztrafo

– Gehäuse

Hinzu gesellen sich ein paar Kleinteile wie Netzeingangsbuchse, Netzschalter, Lautsprecherklemmen und Signaleingangsbuchse.
Die entscheidende und naturgemäß komplexeste Baugruppe ist die Verstärkerplatine, deshalb beschäftigen wir uns erst einmal damit, wie man so etwas zusammen bekommt.

Die SymAsym-Platine

SymAsym-Platinen, ganz gleich, ob leer oder fertig bestückt, können Sie nicht kaufen. Zumindest nicht in dem Moment, in dem diese Zeilen entstehen (was impliziert, dass diesbezügliche Abhilfe naht – aber dazu später mehr). SymAsym ist ein reinrassiges, kommerzfreies Selbstbauprojekt, und deshalb hat Michael Bittner keine Platinen im Angebot, er hat seinen Prototypen auf einer Lochrasterplatine aufgebaut. Dankenswerterweise hat er „der Gemeinde“ aber ein schönes Platinenlayout erstellt und auf seiner Seite zur Verfügung gestellt; genau nach diesem Layout sind auch meine SymAsyms für die Klang und Ton entstanden.

Das Selbermachen von Platinen ist eine unter Hobbyelektronikern weit verbreitete Tätigkeit, und das Board stellt auch keine besonderen Ansprüche an denjenigen, der mit Belichter, Entwickler und Ätzbad umzugehen weiß. Einstweilen hoffe ich für Sie, dass Sie des Procederes selbst mächtig sind oder jemanden im Bekanntenkreis haben, der die Herstellung der Leerplatinen für Sie übernehmen kann. Bitte sehen Sie von diesbezüglichen Anfragen in meine Richtung ab – ich brauche für eine Verstärkerplatine inklusive Bohren in etwa zwei Stunden – die Zeit für eine „Auftragsfertigung“ habe ich einfach nicht.

64 Teile (wenn ich mich nicht verzählt habe) sind auf der Platine unterzubringen. All diese lassen sich zum Glück mit einer einzigen Bestellung bei Reichelt erstehen.

Das Einzige, was diesbezüglich „zickt“, sind die beiden Transistoren vom Typ MPSA18 für die erste Differenzverstärkerstufe, die gibt’s bei Reichelt nicht mehr. Das ist nicht so schlimm, andere Typen passen auch – ich habe, wie von Michael vorgeschlagen, stattdessen BC550C eingesetzt. Diese müssen aber gegenüber den MPSAs um 180° gedreht eingebaut werden, da sie eine andere Anschlussbelegung haben.

Was genau Sie bestellen müssen? Ich hab Ihnen mal einen Screenshot eines Warenkorbs bei Reichelt gebastelt, in dem sich exakt die Teile für zwei SymAsym-Platinen befinden:

Die Preise sind vom 18.01.07, und wie Sie sehen, kostet das Vergnügen für zwei Boards nicht mal 46 Euro – das halte ich für mehr als preiswert. Ein paar Teile habe ich in sinnvolleren als den tatsächlich benötigten Stückzahlen „bestellt“, so gibt’s die kleinen Metallfilm-Widerstände grundsätzlich im Zehnerpack – einzeln lohnt sich das einfach nicht. Auch die 2,5 Ampère-Sicherungen gibt’s nur im Zehnerpack.

Zu der reinen Platinenbestückung kommen noch ein paar Kleinigkeiten für die Befestigung der Transistoren auf dem Kühlkörper (sind ebenfalls mit auf der Liste) und ein bisschen 0,6 mm-Kupferlackdraht. Etwa 12 Windungen davon werden als kleine Spule auf den Widerstand R7 gewickelt – man erkennt das auf Michaels Seite ganz gut.

So sieht das fertig bestückte Board aus – mit exakt jenen Teilen, die oben in der Reichelt-Bestelliste stehen. Einzig das Trimmpoti ist bei mir einen Nummer größer ausgefallen, deswegen passt’s nicht so richtig.

7 Gedanken zu „SymAsym

  1. F.

    „und wie Sie sehen, kostet das Vergnügen für zwei Boards nicht mal 46 Euro“

    Naja, das ist schöngerechnet, denn die teuersten Teile fehlen in der Liste, das Netzteil und die Kühlkörper.
    Größenordnung 120€ für zwei Boards ist da realistischer.
    Und wenn man keine nackten Platinen will dann kommen dazu noch das Gehäuse, die Anschlüsse, etc..

    Nichtsdestotrotz immer noch ein schönes und preiswertes Projekt an das ich mich demnächst auch heranwagen werde.

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  2. Roland Hohlfeld

    Ich habe ein Paar fertige SymAsym Monos gekauft , bei denen ein Trafo störend brummt. Ich bin technisch ziemlich unbedarft , möchte aber trotzdem den Trafo (schwarzes Gehäuse ohne Bezeichnungen) austauschen. Welche Trafos aus welcher Bezugsquelle bieten sich an?
    Danke im Voraus für Hinweise!
    Grüße
    Roland

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  3. Peter Meier

    „Wenn Sie Stereo hören wollen, brauchen sie zwei, wenn Sie ein Fünfwege-Heimkinosystem bauen wollen, brauchen sie 25.“
    Wieso 25 ?

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  4. Marco Kanzig

    Mal ne frage macht es was aus wenn Ich den Widerstand R27 und R28 tausche gegen 0,33 Ohm und 10 Watt es sollte sich klanglich eigentlich eher was verändern und in der Stabilisierung oder täusch Ich mich

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    1. hb Beitragsautor

      Ich befürchte, das macht keinen Sinn. Mir fällt jedenfalls kein Grund ein, warum das irgendwelche positiven Auswirkungen haben sollte.

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  5. Pingback: Wir bauen uns einen High-End-Verstärker – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – 1. Akt | Look Alive Contest

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